Vorlesung:
Grundlegende Fertigkeiten für die wissenschaftliche Arbeit

von Arnd Baumann und Stephan Frings

I. Irrtum, Fälschung und Betrug in der Wissenschaft    (INHALT)
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Kontrollmechanismen

Selbstkontrolle
 
Irrtum und Selbstbetrug zu verhindern wird nur Forschern gelingen, die Wachsamkeit und Sorgfalt bei der Durchführung von Experimenten und bei der Interpretation ihrer Meßdaten anwenden. Die großen deutschen Wissenschaftsorganisationen haben Richtlinien erarbeitet, die Wissenschaftler bei Ihren Bemühungen um gute Forschung unterstützen sollen:
 
Deutsche Forschungsgemeinschaft:   Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis
Max-Planck-Gesellschaft:                       Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis
 
Hier werden einige der wichtigsten Punkte schlagwortartig zusammengefasst:
 
Es liegt in der Verantwortung jedes Wissenschaftlers, diese Richtlinien zur Vermeidung von Irrtum und Selbstbetrug einzusetzen. Das Resultat seiner Bemühungen wird dann durch die wissenschaftliche Gemeinde überprüft.
 
Kontrolle durch die wissenschaftliche Gemeinde
 
Das System der Wissenschaftsförderung und der wissenschaftlichen Publikation basiert auf der Überprüfung von Forschungsanträgen und Manuskripten durch Fachgutachter und Rezensenten, die im gleichen Forschungsbereich arbeiten. Dieses Selbstüberprüfungssystem ("Peer-Review-System") hat sich gut bewährt als Mittel zur Wahrung eines hohen Qualitätsstandards in der Wissenschaft. Allerdings ist es nicht dazu da, Irrtum und Selbstbetrug einzelner Wissenschaftler zu erkennen. Die Aufgabe der Gutachter ist es vielmehr, die Bedeutung und Qualität von Forschungsprojekten zu beurteilen. Da sie im allgemeinen keinen Zugang zu Rohdaten haben, sondern nur zu Ergebnissen, die von den Forschern selbst für ihre Publikation ausgewählt und verarbeitet worden sind, können sie nur wenig dazu beitragen, Irrtum und Selbstbetrug zu vermeiden. Die lange Geschichte vorsätzlicher Täuschung in der Wissenschaft ist ein beredtes Dokument für die Grenzen der Überprüfung von Wissenschaftlern durch Wissenschaftler.
 
Der Kampf gegen Irrtum, Selbstbetrug und Fälschung wird also in der Arbeitsgruppe eines jeden Forschers ausgetragen und muß gewonnen sein, bevor Ergebnisse zur Publikation gelangen.