Vorlesung:
Grundlegende Fertigkeiten für die wissenschaftliche Arbeit
von Arnd Baumann und Stephan Frings
III. Planung und Durchführung von Experimenten(INHALT)
Die richtige Meßmethode
1. Ich messe nur, was ich messen kann
Da sucht ein Mann in einem fast ganz dunklen Raum nach einem verlorenen Geldstück. Nur eine Ecke des Raums
wird durch einen einfallenden Lichstrahl beleuchtet. Nach einigen Stunden erfolglosen Suchens wird der Mann gefragt,
warum er denn immer in der einen Ecke bleibt und nicht den ganzen Raum absucht. Antwort: "Weil ich nur in der
Ecke was sehen kann.".
Welche Methoden man für die Lösung eines wissenschagftlichen Problems einsetzen muß, ergibt sich
ausschließlich aus der Natur des Problems - man sollte seine Arbeit nicht durch die Grenzen der eigenen Methodenkenntnis einschränken
lassen. Dazu muß man ein möglichst weites Spektrum von Meßmethoden kennen und gegebenenfalls auch
bereit sein, Methoden weiterzuentwickeln oder neue Methoden auszuarbeiten.
2. Wo sind die Spezialisten?
Kaum ein Labor kann alle Methoden, die zur Untersuchung einer Hypothese benötigt werden, selbst anwenden. Mangel an
Mitarbeitern und Geräten beschränkt die Arbeit im eigenen Haus meist auf einen relativ engen Kreis von
Methoden. Aus diesem Grund spielt die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschergruppen eine zentrale Rolle in
der Wissenschaft, und ein gewisses Maß an sozialer Kompetenz ist erforderlich, um überregionale Forschungsprojekte
zu organisieren.
3. Unmögliche Messungen
Es ist wichtig, die Leistungsfähigkeit der angewendeten Methode genau zu erkennen. Sonst verfällt man leicht
dem Irrtum, Resultate ernst zu nehmen, die das Experiment gar nicht haben kann.
Beispiel: Der Parallaxe-Irrtum.